15.2 LV 1 Seminar Schwerpunktseminar - Neurodiversität und Behinderung

Beschreibung: 

Der Neurodiversitätsansatz, ursprünglich aus der Autismus-Selbstvertretung kommend und inzwischen auf viele andere Beeinträchtigungen der psychischen und neurokognitiven Entwicklung ausgeweitet, versteht Unterschiede in Wahrnehmung und Erleben primär als natürliche Variationen der menschlichen Biologie, die eher Anerkennung als Korrektur erfordern. Diese Annahme kollidiert mit dem klassischen, im medizinischen Modell verwurzelten „Behinderungsdenken“, das Unterschiede in Entwicklung und Lernen eher als Defizite betrachtet, die es zu diagnostizieren und im Rahmen von Förder- und Teilhabeplänen zu behandeln und soweit möglich zu „normalisieren“ gilt. Beide Modelle haben unterschiedliche Konsequenzen für Ressourcenzuteilung, Nachteilsausgleiche und die rechtliche Anerkennung von Behinderung.

Im Seminar soll es darum gehen, einen Überblick über verschiedene Zugänge zu Behinderung und seine diagnostischen und anamnestischen Deskriptionen zu finden und im Rahmen der aktuellen ICF-orientierten Bedarfsermittlung (TIB Berlin und ITP Brandenburg) Teilhabechancen für spezifische Zielgruppen auszuloten.

Im Rahmen individueller Projektarbeit soll ein eigenständiges Angebot für eine bestimmte Zielgruppe entwickelt und praktisch umgesetzt werden (verpflichtende Prüfungsleistung für alle Studienschwerpunkte).

Das Gefühl, für eine bestimmte Zielgruppe zu „brennen“, soll hier unterstützt und die persönliche fachliche Weiterentwicklung angeregt werden.

Veranstaltungsnummer: 
152591
SWS (gesamt): 
4.00
Turnus der Lehrveranstaltung: 
Block